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3621   smaragd • előzmény3620 2020-06-18 19:47:44

Studien zu Franz Schmidt VIII, 1990    

Reiner Schuhenn

Franz Schmidts oratorische Werke

Gespräch mit HANS HADAMOWSKY

5.

Hatte Schmidt ein kompositorisches Vorbild?

Sein großes Vorbild war der Brahms; er hat mir gesagt: „Brahms ist ein Gott, ich beuge meine Knie vor ihm”! Er hat alle Komponisten nach Begabung eingeschäzt; und da hat er merkwürdigerweise einen kleinen „Tick” gehabt, er war begeistert von Berlioz, den doch kein Mensch leiden kann. Das war eben der berühmte „Vogel”, den die genialen Menschen haben… Den Dvorák hat er auch sehr gern gehabt, insofern weil er Dvoráks musikalische Gabe sehr geliebt hat, aber er hat ihn in seiner geistigen Potenz auch nicht übermäßig hoch eingeschätzt, weil er an vielen Stellen doch „zu primitiv” war. Die großen klanglichen und geistigen Verwandschaften in der Musik hat der Dvorák doch nur mehr aus seinem Gefühl heraus bewältigt, soweit man einen Klang eben „erwischt”, ein überaus „denkender” Musiker war er ja nicht, aber überaus liebenswert. Ob sich Schmidt und Dvorák gekannt haben, kann ich Ihnen nicht sagen, eher nein.

3620   smaragd • előzmény3619 2020-06-17 17:23:09

Dr. Hans Hadamowsky könyvet írt Franz Schmidtről:

"Meine Erinnerungen an Franz Schmidt" címmel. Először magánkiadásban jelent meg (Untertullnerbach) majd a Franz Schmidt-Gesellschaft első tanulmánykötetébe illesztették:

A könyv tartalma jelenik meg a most olvasható VIII. kötetben, további kérdésekkel és válaszokkal bővült, részleteket idézek innen.

Dr. Hans Hadamowsky Wikipédia-oldala: https://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Hadamowsky

3619   smaragd • előzmény3616 2020-06-16 12:43:02

Studien zu Franz Schmidt VIII, 1990     

Reiner Schuhenn
Franz Schmidts oratorische Werke

Gespräch mit HANS HADAMOWSKY

4.

Warum hat Schmidt gerade die Apokalypse vertont?

Ich will keine Illusionen zerstören; aber ich glaube, er war einfach auf Textsuche, und da kam ihm dieser Stoff unter. Er hat mir einmal gesagt: ”Wissen S’, lieber Hadamowsky, wenn das einer glauben kann, was da drin steht, dann hat er eh’ schon die Seligkeit auf Erden!” Man hat gesehen, daß er zu den rein dogmatischen glaubenssätzlichen Momenten immer Distanz gehalten hat.

Natürlich hat man ihm vorgeworfen, daß er statt des Oratoriums doch auch hätte drei Symphonien schreiben können; ich treue mich nicht, mich da reinzumischen, aber ich glaube doch, daß seine Instrumentale Begabung weit überragender war wie seine chorische. Aber bitte, das ist meine subjektive Meinung.

3616   smaragd • előzmény3614 2020-06-12 15:21:05

Studien zu Franz Schmidt VIII, 1990     

Reiner Schuhenn
Franz Schmidts oratorische Werke

Gespräch mit HANS HADAMOWSKY

3.

Sie würden Schmidt also eher als Pianisten denn als Cellisten bezeichnen?

Ja, sicher, er war Pianist! Am Cello hatte er ja viel weniger die Möglichkeit, das auszudrücken, was er wollte, am Klavier konnte er das viel besser. Er war auch einer der ersten, der in Wien Reger bekannt gemacht hat. Mit dem Cello war er ja nur einer von vielen im Orchester; er hat aber auch überaus gern Kammermusik gespielt. Als Solist ist er mit dem Cello, soviel ich weiß, nur einmal aufgetreten, da hat er das erste Haydn-Konzert gespielt; Brahms war auch anwesend und so begeistert, daß er den Schmidt zu sich in die Loge hat rufen lassen; am eindrucksvollsten war für Brahms die von Schmidt selbst geschriebene Kadenz. Aber am Klavier war er erst recht eine überragende Erscheinung.

3614   smaragd • előzmény3613 2020-06-09 20:15:45

Studien zu Franz Schmidt VIII, 1990     

Reiner Schuhenn
Franz Schmidts oratorische Werke

Gespräch mit HANS HADAMOWKY

2.

Wie charakterisieren Sie Schmidts Klavierspiel?

Es war kein technisch erlerntes oder durch Fleiß gedrilltes Spiel, sondern er war auf diesem Gebiet eine Naturbegabung von einmaliger Art. Er war ja einige Zeit Schüler von Leschetitzky, hat ihn aber nicht leiden können, weil Leschetitzky so eine militärische Finger- und Unterrichtsmethode hatte. Ich glaube auch, daß das menschliche Verhältnis nicht gut war zwischen den beiden, weil der Leschetitzky sich turmhoch über Schmidt erhaben gefühlt hat, und der Schmidt hat ihn aus tiefster Seele verachtet. Und das verträgt sich nicht gut. Schmidt hat auch später im Unterricht auf Fingerdrill keinen gesteigerten Wert gelegt, die Musik war für ihn die Hauptsache.

3613   smaragd • előzmény3605 2020-06-08 20:31:54

Studien zu Franz Schmidt VIII, 1990     

Reiner Schuhenn
Franz Schmidts oratorische Werke

Gespräch mit HANS HADAMOWSKY

1.

Worauf hat Schmidt im Unterricht am meisten Wert gelegt?

Man kann es mit einem einzigen Wort sagen, mit dem Ihnen wahrscheinlich nicht viel geholfen sein wird: auf das Ohr. Ihm war sehr wichtig: der Klang. Und auch die geistige Beziehung in der Musik, die Klangverwandschaft hat ihn sehr interessiert. Darüber hätte er eigentlich stundenlang reden können, aber er hat keinen Gesprächspartner gehabt, er war einfach zu anspruchsvoll für seine Umgebung.

3605   smaragd • előzmény3604 2020-05-25 17:12:04

Studien zu Franz Schmidt VIII, 1990     

Reiner Schuhenn
Franz Schmidts oratorische Werke

Gespräch mit Josef  DICHLER

22.

Der Unterricht verlief immer so, daß alle Schüler anwesend waren, mesit sechzehn bis zwanzig. Einer hat dann sein neues Stück vorgetragen, und Schmidt hat dann darüber gesprochen. Es war auch nie so wie bei Marx, der immer wollte, daß man so wie er schreibt. Der Schmidt konnte alles, nur keine Atonalität unterrichten. Und wenn es die Umstände erlaubten, hat man das neue Stück auch gleich in die Tat umgesetzt: „Holen wir uns gleich ein Chello, eine Bratsche usw. …”

3604   smaragd • előzmény3603 2020-05-24 20:25:35

A Franz Schmidt-Gesellschaft Studien zu Franz Schmidt kiadványsorozatának kiadója: http://www.doblinger-musikverlag.at/Verlag/index.php?sp=2&kat=1

3603   smaragd • előzmény3599 2020-05-23 12:08:30

Studien zu Franz Schmidt VIII, 1990     

Reiner Schuhenn
Franz Schmidts oratorische Werke

Gespräch mit Josef  DICHLER

21.

Der Klavierunterricht war meist Einzelunterricht, aber es wurde uns anempfohlen, daß man auch andere Klavierstunden besucht, da man ja auch von Kollegen lernt, man kann selber ja nicht alles spielen.

3599   smaragd • előzmény3598 2020-05-14 19:23:20

Studien zu Franz Schmidt VIII, 1990     

Reiner Schuhenn
Franz Schmidts oratorische Werke

Gespräch mit Josef  DICHLER

20.

Der Wiener ist sehr konservativ. Man hat den Berg, Schönberg, oder Webern im Konzert tumultiert oder auch die Philharmoniker, die sich geweigert hatten, neue Musik aufzuführen oder auch bis heute keine Frau in ihre Reihen ließen: Warum, wenn sie besser ist?

3598   smaragd • előzmény3596 2020-05-12 18:42:45

Studien zu Franz Schmidt VIII, 1990     

Reiner Schuhenn
Franz Schmidts oratorische Werke

Gespräch mit Josef  DICHLER

19.

Gibt es bei Schmidt etwas typisch Ungarisches oder auch Österreichisches in seiner Musik?

Ist Brahms denn besonders ungarisch oder österreichisch oder Beethoven? Ich finde, daß es international  ist. Da ist Schubert doch noch mehr österreichisch als Beethoven. Ich bin selber Österreicher und ich finde es ganz richtig, daß man sagt, Österreich ist das Land der Musik. Ich könnte mir den Schmidt nirgendwo anders vorstellen.

3596   smaragd • előzmény3594 2020-05-09 09:22:29

Studien zu Franz Schmidt VIII, 1990     

Reiner Schuhenn
Franz Schmidts oratorische Werke

Gespräch mit Josef  DICHLER

18.

Wie mag es zu einem Werk wie der „Deutschen Auferstehung” gekommen sein?

Da könnte eventuell der Schütz beteiligt gewesen sein, der ja in der Partei war. Der Schmidt auf jeden Fall war völlig unpolitisch. Er hatte in seinem großen Freundenkreis ja sehr viele Juden. Vielleicht war der Schmidt sogar ein bißchen Opportunist in diesem Zusammenhang, so ähnlich wie eben Wittgenstein gesagt hat, ich zahle Ihnen eine Villa in Perchtoldsdorf, wenn Sie mir schöne Musik machen. Aber das ist ja auch nicht Schlechtes, das war völlig unpolitisch; der Richard Strauss hat ja auch nichts gegen Geld gehabt. Der Wiener denkt immer so, daß nur der ein Genie sei, der verhungert! „Der Schubert, das war ein Genie, der arme Teufel”; und wenn einer Geld bekommt – so wie Strauss für den Rosenkavalier nicht wenig bekommen hat – dann ist das schon verdächtig.

3594   smaragd • előzmény3589 2020-05-03 16:30:52

Studien zu Franz Schmidt VIII, 1990     

Reiner Schuhenn

Franz Schmidts oratorische Werke

Gespräch mit Josef  DICHLER

17.

Gibt es in Schmidts Kompositionen so etwas wie eine Entwicklung?

Entwicklung wie bei Beethoven z. B.? Wenn man es so versteht, dann muß ich sagen, sie ist nicht so stark. Denn wenn man immer von modern oder kompliziert spricht, so ist die Vierte weniger kompliziert als die Zweite. Beim Streichquartett gibt es diese Entwicklung noch eher, das erste Quartett ist noch sehr in der Romantik des 19. Jahrhunderts, das zweite ist davon schon viel weiter entfernt.

3589   smaragd • előzmény3588 2020-04-27 18:20:11

Studien zu Franz Schmidt VIII, 1990     

Reiner Schuhenn
Franz Schmidts oratorische Werke

Gespräch mit Josef  DICHLER

16.

Gibt es heute noch jemanden, der den Schmidtischen Stil weitergetragen hat?

Am ehesten vielleicht noch Alfred Uhl, obwohl es nicht nach Schmidt klingt, so ist er doch in der Tonalität in seinen Bahnen. Er geht auf der Schmidtischen Linie eben weiter; der Uhl ist ja auch ein unerhört begabter Mensch. Weißensteiners Musik hat dagegen mit Schmidt weniger zu tun.

3588   smaragd • előzmény3587 2020-04-26 16:20:39

Studien zu Franz Schmidt VIII, 1990     

Reiner Schuhenn
Franz Schmidts oratorische Werke

Gespräch mit Josef  DICHLER

15.

Warum wird die Schmidtische Musik heute so wenig gespielt, ist sie zu schwer?

Nein, das glaube ich nicht. Es ist eine Art Snobismus. Schmidt steht etwas zwischen den Fronten: Für den atonalen Komponisten war er zu „rückschrittlich” und für das normale Publikum war und ist er doch wiederum zu modern, zu schwer verständlich. Ich glaube, das wird sich ändern.

3587   smaragd • előzmény3579 2020-04-24 18:26:20

Studien zu Franz Schmidt VIII, 1990     

Reiner Schuhenn

Franz Schmidts oratorische Werke

Gespräch mit Josef  DICHLER

14.

Hatte Schmidt musikalische Vorbilder?

Ich weiß nicht genau, einen epigonalen Stil hatte er jedenfalls nie. Wie ich Ihnen schon sagte, man erkennt den Schmidtischen Stil sofort, auch wenn man nicht sagen kann, warum es so ist.

Wie würden Sie Schmidt charakterisieren?

Er war sehr ruhig, freundlich, konnte aber schon auch zynisch werden. Sofort beeindruckte eben auch seine unglaublich rasche Auffassungsgabe.

3579   smaragd • előzmény3572 2020-04-14 06:57:45

Az alábbi (3572) idézethez tartozó lábjegyzet:

Studien zu Franz Schmidt VIII, 1990     

Reiner Schuhenn
Franz Schmidts oratorische Werke

Gespräch mit Josef  DICHLER

13.

„Das Honorar für die Beethoven-Variationen rückte die Verwirklichung eines langgehegten Wunsches in reale Nähe: ein eigenes Haus auf dem Lande zu haben….Die Wittgensteinische Summe hätte dafür ausgereicht …” (Alfred Jirasek: „Erinnerungen an Franz Schmidt”, Graz 1975)

Anmerkung von Frau Dorothea Schmidt-Jirasek: In einem Brief klagt die Witwe Margarete Schmidt über die lange Abzahlung der Schulden aus dem Hauskauf; das Wittgenstein-Honorar reichte also bei weiterem nicht zur Finanzierung.

3572   smaragd • előzmény3567 2020-04-07 17:04:52

Studien zu Franz Schmidt VIII , 1990     

Reiner Schuhenn

Franz Schmidts oratorische Werke

Gespräch mit Josef  DICHLER

12.

Ist das Verhältnis Schmidt – Schütz vergleichbar mit Reger – Straube?

Das weiß ich nicht genau. Aber der Schmidt hat ja nicht ungern geschrieben, um einen Auftrag auszuführen. Denken Sie nur an die ganze Literatur für den Wittgenstein. Das war ja alles bestellt. Schmidt hat dies natürlich auch nicht ohne einen Seitenblick auf Geld getan, das ist ja nichts Schlimmes. Das hat der Richard Strauss ja auch getan.

3567   smaragd • előzmény3565 2020-03-30 00:12:52

Studien zu Franz Schmidt VIII , 1990     

Reiner Schuhenn

Franz Schmidts oratorische Werke

Gespräch mit Josef  DICHLER

11.

Im „Buch mit sieben Siegeln”  kommen sehr umfangreiche Orgelzwischenspiele vor. Glauben Sie, daß Franz Schütz dafür ausschlaggebend war?

Das ist gut möglich. Schmidt hat sich für Orgel sehr interessiert, hat selbst sehr gut gespielt und hat auch sehr viele Werke für Orgel und für Schütz geschrieben.

*https://www.youtube.com/watch?v=O-h5j_OhQ70&list=UUGHMiBOIHzhLcLJny1RPCEg&index=5&t=0s

Franz Schmidt: „Das Buch mit sieben Siegeln” - Ausschnitt (Orgel) aus einem Konzert im Großen Saal des Musikvereins Wien am 20. 12. 2009 mit den Wiener Philharmonikern und dem Singverein der Gesellschaft der Musikfreunde.

Dirigent: Nicolaus Harnoncourt, Organist: Robert Kovács an der RODGERS Orgel.

3565   smaragd • előzmény3563 2020-03-26 17:02:03

Studien zu Franz Schmidt VIII , 1990     

Reiner Schuhenn

Franz Schmidts oratorische Werke

Gespräch mit Josef  DICHLER

10.

Zu einem der möglichen „Initiatoren” zum „Buch mit sieben Siegeln” wird Raimund Weißensteiner gezählt, er behauptet dies zumindest in seiner eigenen Biographie. Würden Sie  noch andere Anregungen zu diesem Oratorium für möglich halten?

Es ist doch irgendwie so, da sich jeder Komponist denkt, ich möchte Symphonien schreiben, ein Violinkonzert oder ein Klavierkonzert, ich möchte ein Oratorium schreiben, usw. Das gehört sozusagen dazu. Das haben alle großen Komponisten getan, und es hat den Schmidt eben gereizt, für diese große Besetzung ein Werk zu schreiben. Aber ich glaube nicht, da die Idee nur auf Weißensteiner zurückgeht.

3563   smaragd • előzmény3562 2020-03-23 14:07:43

Studien zu Franz Schmidt VIII , 1990     

Reiner Schuhenn

Franz Schmidts oratorische Werke

Gespräch mit Josef  DICHLER

9.

Hat er im Unterricht andere Musiker als Vorbilder herangezogen?

Ja sicherlich. Ich habe ihn z. B. darum gebeten, er solle mir ein Buch nennen bezüglich Instrumentation. Und er sagte mir, das beste sei ein Abonnnement zu den Philharmonikern mit gründlicher Vorbereitung. Da hat er Recht!

(A fenti idézet közvetlen előzménye a 3559 számú bejegyzés.)

3562   smaragd • előzmény3561 2020-03-21 12:01:15

Studien zu Franz Schmidt VIII , 1990     

Reiner Schuhenn

Franz Schmidts oratorische Werke

Gespräch mit Josef  DICHLER

8.

Halten Sie die Zwölftontechnik für eine Sackgasse?

Das kann ich nicht beurteilen; der Schönberg war ein genialer Mensch, auch die Werke vor op. 11 sind genial. Ich halte es aber sonst mit Schmidt, daß Atonalität und Musikalität nicht vereinbar seien. Diese neue Technik war natürlich unerhört praktisch, man kann, wenn man einmal eine Reihe hat und die ganzen Umkehrungen usw., natürlich immer wieter komponieren.

3561   smaragd • előzmény3559 2020-03-19 17:37:28

Studien zu Franz Schmidt VIII , 1990     

Reiner Schuhenn

Franz Schmidts oratorische Werke

Gespräch mit Josef  DICHLER

7.

Ist Schmidt in der Schönberg-Epoche ein „Konservativist”?

Naja, man sagt so. Eine Zeitlang war es doch so, daß man jemanden, der nicht atonal komponiert hat, als konservativ und rückschrittlich bezeichnet hat. Aber das stimmt eben meiner Ansicht nach nicht. Es ist mit dem Schönberg und auch mit dem Hauer so eine Sache. Schönberg hat doch behauptet, daß er mit seiner Erfindung ein Monopol habe. Das ist sachlich nicht richtig. Es gibt vom Liszt, von dem geschmähten Liszt, eine Bagatelle. Genau heißt sie: „Bagatelle sans Tonalité” das heißt wörtlich „Atonalität”. Ich weiß nicht, ob Schönberg dieses Stück gekannt hat, ich glaube schon, denn Schönberg hat fast alles gekannt. Aber denken Sie sich den Fall, der Armstrong, der erste Mann auf dem Mond, kommt dort an und findet eine Tafel „Wilkommen! gez. Franz Liszt”. Was kann er da machen? Entweder er meldet das, oder er läßt die Tafel verschwinden! Da war Schönberg noch gar nicht auf der Welt, da hat Liszt das komponiert. Wenn es also ein Patent gäbe, so hätte das der Liszt, nicht Hauer oder Schönberg.

3559   smaragd • előzmény3557 2020-03-15 18:55:20

Studien zu Franz Schmidt VIII , 1990     

Reiner Schuhenn

Franz Schmidts oratorische Werke

Gespräch mit Josef  DICHLER

6.

Hat Schmidt im Unterricht über seine eigenen Werke gesprochen?

Nein, nie!

3557   smaragd • előzmény3556 2020-03-13 17:57:41

Studien zu Franz Schmidt VIII , 1990     

Reiner Schuhenn

Franz Schmidts oratorische Werke

Gespräch mit Josef  DICHLER

 

5.

Wie sehen Sie Schmidts Kompositionsstil im Vergleich zu Max Reger?

Obwohl es da Ähnlichkeiten gibt, ist Reger doch ganz anders. Reger ist viel intellektueller, denken Sie nur an die vielen Fugen. Schmidt hat einmal gesagt: „Wenn einem nichts einfällt, so soll man eine Fuge schreiben, das geht immer.“

3556   smaragd • előzmény3549 2020-03-12 17:55:15

Studien zu Franz Schmidt VIII , 1990     

Reiner Schuhenn

Franz Schmidts oratorische Werke

Gespräch mit Josef  DICHLER

4.

Würden Sie Schmidt eher als Pianist oder als Cellisten einordnen?

Als Komponisten.

Gibt es einen typischen Schmidt-Stil?

Na und wie! Nach ein paar Sekunden sagt man: Das ist Schmidt. Man kann im ersten Moment vielleicht nicht sagen, warum; es ist nicht nur ein einzelner Akkord, an dem man ihn erkennt, aber man weiß, das ist Schmidt, seine Handschrift.

3549   smaragd • előzmény3546 2020-03-06 17:04:09

Studien zu Franz Schmidt VIII , 1990     

Reiner Schuhenn

Franz Schmidts oratorische Werke

Gespräch mit Josef  DICHLER

3.

War er als Lehrer streng oder penibel?

Nein, gar nicht, man hat ihm die Aufgaben vorgespielt, und er hat gesagt, wie man dies oder jenes noch besser machen könnte. Aber nicht streng. “bitte, wie Sie wollen, wenn Sie diesen Akkord gerne hören und da wollen, dann schreiben Sie ihn.“

Denn Komponieren kann man eigentlich nicht lernen. Nach der Stunde ist man weggegangen und hat zu sich gesagt, ja, jetzt werde ich komponieren. So sehr hat er einen begeistert für die Musik.

Ich habe nie in meinem Leben einen größeren Musiker kennengelernt als ihn. Und was der für eine Auffassungsgabe und für ein Gedächnis hatte! Es gab ja öfters einen Klavierabend – aber ohne irgendetwas zu üben. Die Leute, die bei ihm im Haus gewohnt haben, sagten, er habe überhaupt nicht geübt[1]. Und Cello hat er ja auch fantastisch gespielt.

[1] Die Aussagen beziehen sich auf die Zeit, als Schmidt noch nicht in Perchtoldsdorf wohnte.

3546   smaragd • előzmény3544 2020-03-02 16:35:50

Studien zu Franz Schmidt VIII , 1990     

Reiner Schuhenn

Franz Schmidts oratorische Werke

Gespräch mit Josef  DICHLER

2.

Welche Eigenheiten hatte Schmidt im Unterricht?

Man konnte tun, was man wollte. Nur wenn jemand atonal komponiert hat, so sagte er, daß er das nicht verstände. Er hat auch einmal gesagt: Für  mich sind die zwei Begriffe Atonalität und Musikalität unvereinbar.”

3544   smaragd • előzmény3542 2020-02-27 19:54:43

Studien zu Franz Schmidt VIII , 1990     

Reiner Schuhenn

Franz Schmidts oratorische Werke

Gespräch mit Josef  DICHLER

1.

Ich bin 1936 in die Kompositionsklasse bei Schmidt eingetreten; ich war also bei Schmidt weder in Klavier noch in Theorie. In Theorie war ich bei Stöhr. Als Schmidt dann krank wurde, sind alle seine Schüler zu Josef Marx gekommen. Das war übrigens auch ein sehr bedeutender Mann. Er war zwar kein Schmidt, aber er war unerhört gebildet und intelligent, auch auf anderen Gebieten, in Medizin, und in Physik vor allem. In Klavier war ich bei Kerschbaumer.

3542   smaragd • előzmény3538 2020-02-25 20:44:50

Studien zu Franz Schmidt VIII , 1990     

Reiner Schuhenn

Franz Schmidts oratorische Werke

Gespräch mit ANTON DERMOTA

23.

Schmidt war, wenn auch nur vorwiegend im deutschsprachigen Raum, in anspruchsvollen Musikkreisen als letzter Romantiker der deutschen Schule (besonders auch auf dem Gebiete als Kammermusiker) nicht nur als Komponist, sondern auch als ausübender Musiker bekannt und anerkannt.

(Anton Dermota írásának utolsó bekezdése.)

3538   smaragd • előzmény3534 2020-02-21 18:16:48

Végül rövid idézet a könyv szerzőjének megjegyzéséből:

Studien zu Franz Schmidt VIII , 1990     

Reiner Schuhenn

Franz Schmidts oratorische Werke

Gespräch mit ANTON DERMOTA

22.

Im Februar 1989 sandte mir Prof. Dermota eine – nach seiner Meinung – verbesserte Fassung des zuvor abgedruckten Gesprächs . In dieser korrigierten Version fehlte aber eine große Menge Informationen, die der erste Gesprächsentwurf enthielt.

Wien, 7. Feber 1989

3534   smaragd • előzmény3520 2020-02-17 10:33:10

Studien zu Franz Schmidt VIII , 1990     

Reiner Schuhenn

Franz Schmidts oratorische Werke

Gespräch mit ANTON DERMOTA

21.

"Kennen Sie Gründe, die zur Komposition des „Buch mit sieben Siegeln” geführt haben?

Nein, das weiß ich nicht genau. Er war – weltanschaulich – ein gläubiger Mensch, das hat er wiederholt bewiesen, in seiner Musik, in Gesprächen mit Bekannten. Kurz vor der Uraufführung von „Buch mit sieben Siegeln”  ist in der Zeitfolge Hitler nach Österreich gekommen und man wollte Schmidt dann überreden zu einem Hymnus auf Deutschland, aber das Werk ist ja nicht vollendet worden. Da hat man ihm dann noch nach seinem Tode Vorwürfe gemacht, daß er sich hat einspannen lassen. Man hat aber nie einen Vorwurf gemacht, daß er sich religiös oder kirchlich "einspannen lassen", das sind zwei Kontraste. Schmidt hat diese neue Ära nicht mitbekommen, er ist schon zuvor „in die ewigen Räume” abgegangen."

3520   smaragd • előzmény3519 2020-02-09 19:48:21

Studien zu Franz Schmidt VIII , 1990     

Reiner Schuhenn

Franz Schmidts oratorische Werke

Gespräch mit ANTON DERMOTA

20.

Sie würden Schmidt also nicht zu sehr auf Ungarn fixieren?

Ganz bestimmt nicht; natürlich gibt es ein paar folklorische Stellen in seinen Werken, in Notre Dame oder in den Husarenlied-Variationen, da sicherlich. Aber in seiner Klassik ist er eben über den Nationen stehend international.

3519   smaragd • előzmény3454 2020-02-07 17:44:30

Studien zu Franz Schmidt VIII , 1990     

Reiner Schuhenn

Franz Schmidts oratorische Werke

Gespräch mit ANTON DERMOTA

19.

Sie sagen, daß man in seiner Musik ein „landschaftlich geprägtes Dokument“ finden kann. Wie stark sehen Sie seine ungarische Heimat in der Musik vertreten?

Der „Halleluja-Chor“ aus seinem „Das Buch mit sieben Siegeln“ ist z.B. so ein Dokument seiner Abstammung; aber er hat sich eigentlich später doch immer als Österreicher gesehen und dazu bekannt. Ich war einige Male in Pressburg und habe dort sein Geburtshaus besichtigt. Seltsamerweise bekennt sich das dortige Regime zu Schmidt, es kann ihn halt doch nicht umgehen, weil er ja doch schon ein Klassiker geworden ist. Und in diesem Sinne muß man eben doch sehen, daß er ein Weltbürger war, er ist in Ungarn gewesen, in Deutschland, Österreich, den slawischen Ländern usw., er ist über den nationalen Anschauungen gestanden.

3454   smaragd • előzmény3445 2019-11-15 06:16:17

Studien zu Franz Schmidt VIII , 1990     

Reiner Schuhenn

Franz Schmidts oratorische Werke

Gespräch mit ANTON DERMOTA

18.

„Ein gewisser Schlußstein zu Schmidt war eben für mich die Ehrung innerhalb der Schmidt-Gesellschaft. Um noch näheres über Schmidt zu berichten können, hätte man noch mehr privaten Kontakt zu ihm haben müssen. Jemand von denen, bei dem dieser Fall war, ist Franz Schütz gewesen. Ein war wirklich ein Intimus, ein enger Freund Schmidts. Schütz hat gar nicht weit von meinem Haus hier gewohnt, und da ist Schmidt eben regelmäßig aus- und eingegangen. Dieser Bezirk hier mit seiner ländlichen Gegend, in dem ich nun auch schon seit 37 Jahren wohne, hat sicher auch auf Schmidts Charakter abgefärbt, die gute Luft, diese Ruhe, alles Dinge, die er in der Stadt nich hätte. Und so glaube ich, daß er diese vorwienerwaldliche Gegend – oder eigentlich schon direkter Wienerwald, er beginnt ja gleich in der Nähe – ein bißchen in seine Musik eingebunden hat.“

3445   smaragd • előzmény3442 2019-10-31 07:59:18

Studien zu Franz Schmidt VIII , 1990     

Reiner Schuhenn

Franz Schmidts oratorische Werke

Gespräch mit ANTON DERMOTA

17.

„In der Kammermusik kommt er für mich übrigens gleich nach Reger, es gibt ja auch eine gewisse Verbindung, obwohl Reger noch dissonanter war, der Schmidt war im Grunde noch mehr Diatoniker. Kontrapunktik aber haben beide gleich viel.”

3442   smaragd • előzmény3440 2019-10-29 07:34:43

Studien zu Franz Schmidt VIII , 1990     

Reiner Schuhenn

Franz Schmidts oratorische Werke

Gespräch mit ANTON DERMOTA

16.

„Das ist, glaube ich, in der Geschichte dieses Werkes nicht oft vorgekommen, bei mir war es eben der Fall. Und sonst, durch das Oratorium angeregt, erst recht mit dem Schmidt-Werk befaßt, mit den Symphonien, der Kammermusik, mit der Orgel.”

3440   smaragd • előzmény3439 2019-10-26 17:24:07

Studien zu Franz Schmidt VIII , 1990     

Reiner Schuhenn

Franz Schmidts oratorische Werke

Gespräch mit ANTON DERMOTA

15.

„Ich habe sie dann später auch manchmal an einem Abend mit der großen Partie zusammen gesungen. Wenn einer z.B. plötzlich abgesagt hat, war das im Musikverein einige Male der Fall. Da hat der Direktor mich eben gefragt: ’Kannst Du das nicht übernehmen, das hast Du doch schon so oft gesungen, das ist für Dich doch eine Kleinigkeit’? Ja, schon, habe ich dann gesagt, aber es ist halt ein bißchen viel zu singen, ich habe mit der großen Partie schon genug zu tun. Wir haben uns aber immer geeignet, und da habe ich eben beides gesungen.”

3439   smaragd • előzmény3436 2019-10-23 17:39:39

Studien zu Franz Schmidt VIII , 1990     

Reiner Schuhenn

Franz Schmidts oratorische Werke

Gespräch mit ANTON DERMOTA

14.

„Zur Aufnahme des Werkes beim Publikum:

Es war sicherlich ein bißchen Lokalpatriotismus dabei; Schmidt, ein Österreicher, dann eben solch ein Werk in einer oratorienarmen Epoche. Aber ich war eben doch so glücklich, bei der Uraufführung dabeigewesen zu sein, wenn auch, wie schon gesagt, zuerst mit der kleinen Partie, die mir aber enorm viel bedeutet hat.”

3436   smaragd • előzmény3433 2019-10-18 16:30:32

Studien zu Franz Schmidt VIII , 1990     

Reiner Schuhenn

Franz Schmidts oratorische Werke

Gespräch mit ANTON DERMOTA

13.

„Ihre letzte Aufnahme dieses Werkes war die mit dem Grazer Dirigenten Alois Hochstrasser.

Sie sollten sich aber dennoch die Aufnahme mit Mitropoulos beschaffen, wobei der Hochstrasser es großartig gemacht hat, aber von der Jugend her anders wie der schon ältere Herr Mitropoulos, der ein ’Weltdirigent’ war.”

3433   smaragd • előzmény3432 2019-10-11 16:27:08

Studien zu Franz Schmidt VIII , 1990     

Reiner Schuhenn

Franz Schmidts oratorische Werke

Gespräch mit ANTON DERMOTA

12.

„Aber es sind Stellen drin, wo große Dramatik herrscht und die einen Tenor verlangen, der eben „draufloshaut”, und das war nie mein Fall, ich hatte so etwas noch nie gesungen. Aber wenn ich mir heute meine Aufnahme anhöre, dann merkt man gar nichts, es kommt alles so leicht von der Lippen. Aber bis ich es „in der Kehle” gehabt habe, wie man so schön sagt, das hat einige Zeit gedauert.”

3432   smaragd • előzmény3431 2019-10-09 16:40:00

Studien zu Franz Schmidt VIII , 1990     

Reiner Schuhenn

Franz Schmidts oratorische Werke

Gespräch mit ANTON DERMOTA

11.

„Sehen Sie darin ein Indiz dafür, daß Schmidt doch eher der Instrumentalist als der Vokalist war?

Das kann schon sein, aber er hat die Stimme doch verstanden, weil er die lyrische Stellen, z. B. die Geburt des Kindes, diese Weihnachtsszene, so schön geschrieben sind, daß man selten etwas dankbareres und auch zutiefst Religiöses erlebt hat.”

3431   smaragd • előzmény3430 2019-10-07 21:50:09

Ez a link már szerepelt fórumunkon, ide is nagyon jól illik (néha szeszélyes és nem nyílik meg) végiglapozhatjuk "A hétpecsétes könyv" - "Das Buch mit sieben Siegeln" zongorakivonatát.

https://archive.org/details/dasbuchmitsieben00schm

3430   smaragd • előzmény3428 2019-10-06 08:02:30

Studien zu Franz Schmidt VIII , 1990     

Reiner Schuhenn

Franz Schmidts oratorische Werke

Gespräch mit ANTON DERMOTA

10.

„Halten Sie die Forderung mancher Dirigenten, diese Johannes-Rolle müsse ein Heldentenor singen, für sinnvoll?

Nun, in der Uraufführung war es der Fall; von mir damals auch nicht gekannter Gerlach, der in München engagiert war, hat sich, wie es nachher geheißen hat, mit dieser Partie beinahe ’erwürgt’. Denn vieles, nicht alles, ist auf den ersten Blick so unsanglich, z.B. dieser Kampf mit dem Drachen, das ist absolut antisängerisch geschrieben.”

3428   smaragd • előzmény3426 2019-10-03 14:45:36

Studien zu Franz Schmidt VIII , 1990     

Reiner Schuhenn

Franz Schmidts oratorische Werke

Gespräch mit ANTON DERMOTA

9.

„Es war für meine lyrische Stimme ja nicht gerade Ideal; ich sage dies deshalb, weil ich weiß, daß Heldentenöre dies mitunter gesungen haben.”

3426   smaragd • előzmény3423 2019-09-30 08:41:34

Studien zu Franz Schmidt VIII , 1990     

Reiner Schuhenn

Franz Schmidts oratorische Werke

Gespräch mit ANTON DERMOTA

8.

„Diese Gefühle, diese Hochachtung konnte ich natürlich aufspeichern während des Studiums der enormen Partie, und diese Rolle ist ja nicht leicht, sie war bis dato meine schwerste überhaupt, so daß ich gedacht habe, hoffentlich geht’s überhaupt, obwohl es nur eine zweite Partie war*. Als ich dann später die große Partie** übernommen habe, bekam ich natürlich noch mehr Einblick in die Qualitäten, Anforderungen und Schwierigkeiten des Werkes; beim Studium dieser Partie bin ich dann tagelang der Welt abhanden gekommen, und ich habe mich oft gefragt, soll ich das machen, kann ich das machen?”

*Gemeint ist die Tenorpartie innerhalb des Soloquartetts

**die Rolle des „Johannes”

3423   smaragd • előzmény3422 2019-09-24 10:58:03

Studien zu Franz Schmidt VIII , 1990     

Reiner Schuhenn

Franz Schmidts oratorische Werke

Gespräch mit ANTON DERMOTA

7.

„ Ich hatte ihn vor den Proben für „Das Buch mit sieben Siegeln” nie gesehen. Mein erster Kontakt zu ihm kam also erst durch die Proben. Aber wie schon gesagt, gesehen habe ich ihn zuvor noch nie; er ist ja auch nie in die Öffentlichkeit getreten, außer wenn natürlich ein Konzert war, er saß dann im Publikum, meißt aber oben in der Künstlerloge im Musikvereinsaal. Bei mir bestand damals nichts anderes als ein ungeheurer Respekt vor diesem Menschen, der ein solches Werk geschaffen hat.”

3422   smaragd • előzmény3421 2019-09-19 17:50:45

Studien zu Franz Schmidt VIII , 1990     

Reiner Schuhenn

Franz Schmidts oratorische Werke

Gespräch mit ANTON DERMOTA

6.

„Ich kann mich auch erinnern, wie man den allerdings schon Schwerkranken und schon Sechzigjährigen aufs Podium geführt hat, sich zu bedanken nach der Uraufführung des „Buch mit sieben Siegeln”, gestützt von zwei Seiten, da war er schon arm dran, und es war eigentlich ein Bild des Jammers. Aber es war ein riesiger, jubelnder Erfolg! Er war aber ein schon um die Kräfte seines Lebens beraubter Autor; man hat es ihm angesehen, daß es also bald ein Abschied für immer ist. Das war damals besonders auffallend.”

3421   smaragd • előzmény3420 2019-09-16 11:26:57

Franz Schmidt: Das Buch mit sieben Siegeln (1935-1937)

Oratorium

YouTube:

"Und als das Lamm der Siegel erstes auftat" (Das Buch mit sieben Siegeln)

 https://www.youtube.com/watch?v=c9_B6zp0uXs

"Und als das Lamm der Siegel zweites auftat" (Das Buch mit sieben Siegeln)

 https://www.youtube.com/watch?v=ciU6esY25-8


"Und als das Lamm der Siegel drittes auftat" (Das Buch mit sieben Siegeln)   

 https://www.youtube.com/watch?v=OnU39Z5noOE

 

Niederösterreichisches Tonkünstlerorchester · Anton Dermota · Grazer Konzertchor 

3420   smaragd • előzmény3419 2019-09-13 17:13:29

Studien zu Franz Schmidt VIII , 1990     

Reiner Schuhenn

Franz Schmidts oratorische Werke

Gespräch mit ANTON DERMOTA

5.

„Diese Fotos sind rechts kurios, aber sie zeigen, daß er ein sehr „erdverbundener” Mensch war, er hat sich draußen ganz natürlich gegeben, und man sieht, daß er sich draßuen in der Natur am wohlsten gefühlt hat. Dies könnte man auf dem Podium oder auf dem Parkett nicht in dieser Deutlichkeit bemerkt haben, denn er war als Mensch immer auch ein kleines bißchen gehemmt. Er war kein sich frei gebender und – womöglich mit lauten Worten – sich selbst in Szene setzender Mensch, er war eher still und zurückhaltend.”

3419   smaragd • előzmény3418 2019-09-11 18:27:02

Studien zu Franz Schmidt VIII , 1990     

Reiner Schuhenn

Franz Schmidts oratorische Werke

Gespräch mit ANTON DERMOTA

4.

„…meine andere Leidenschaft ist die Autographensammlerei: Briefe, Musikhandschriften, und es ist mir gelungen einiges von Schmidt zu erwerben, aus „Notre Dame”, aus einer Symphonie einige Skizzen und einige Briefe, Korrespondenz mit seiner Frau, einige Fotos aus seinem sommerlichen Milieu (Schmidt mit Lederhose und Gamsbart).”

3418   smaragd • előzmény3417 2019-09-10 20:15:19

Studien zu Franz Schmidt VIII , 1990     

Reiner Schuhenn

Franz Schmidts oratorische Werke

Gespräch mit ANTON DERMOTA

3.

„Bei mir hat sich die Tätigkeit für dieses Werk dann so gesteigert, daß ich Ehrenmitglied der Schmidt-Gesellschaft geworden bin, als Anerkennung wohl für die Verdienste, wobei ich mich als gewesener Organist sehr intensiv für seine Orgelwerke interessiert habe und selbst – soweit ich es konnte – auf meiner Orgel gespielt habe. Auf diese Weise bin ich mit Schmidtischer Musik immer wieder in Kontakt getreten;…”

3417   smaragd • előzmény3415 2019-09-09 23:32:37

Studien zu Franz Schmidt VIII      

Reiner Schuhenn

Franz Schmidts oratorische Werke

Gespräch mit ANTON DERMOTA

2.

„Ich habe „Das Buch mit sieben Siegeln” natürlich sehr oft gesungen, unter verschiedenen Dirigenten, als Höhepunkt sicher mit Mitropoulos, der das Werk ’im kleinen Finger’ hatte; so etwas habe ich noch nie erlebt, daß ein Dirigent es so gut und auswendig macht – mit einer Intensität sondergleichen und mit einer Kenntnis, daß er bei der Probe sogar alle Taktzahlen auswendig wußte, ohne in die Partitur zu schauen!”

3415   smaragd • előzmény3371 2019-09-04 13:40:54

Studien zu Franz Schmidt VIII      

Reiner Schuhenn

Franz Schmidts oratorische Werke

Gespräch mit ANTON DERMOTA

1.

"Ich kann Ihnen über "Das Buch mit sieben Siegeln" nur so viel erzählen, als mir der Umstand erlaubt, als Mitwirkender bei der Uraufführung dabeigewesen zu sein, welche Resonanz das Werk beim Publikum hervorgerufen hat und welche Kritik es gab."

3371   smaragd • előzmény3368 2019-07-13 19:20:30

 

15.

Gespräch mit  THEODOR BERGER

„Dem Schönberg bin ich persönlich nie begegnet, Berg habe ich ein paarmal im Konzert gesehen, der einzige, dem ich einmal persönlich begegnet bin, ist der Webern, wir haben uns bei unserem gemeinsamen Verleger, dem damaligen Direktor des Universal-Edition, kennengelernt.”

3368   smaragd • előzmény3362 2019-07-09 20:48:22

 

14.

Gespräch mit  THEODOR BERGER

„In seinem Streichsextett ’Verklärte Nacht’ ist er von der Schmidtschen Musik gar nicht so weit entfernt. Aber all die Leute, die Schönberg gut kannten – auch während seiner Emigrationszeit – haben gesagt, daß es ihn dauernd ’gewurmt’ hat und unruhig gemacht habe, da er epigonal werden könne und als solcher auch klassifiziert würde. Es war fast so eine Art psychosomatische Erkränkung: Er konnte den Gedanken nicht ertragen, da man ihn eines Tages einmal zu den Epigonen rechnen würde. Wie das auch sei, die tonale und polytonale Musik ist ja noch lange nicht ausgeschöpft, der Kosmos kann noch mit ungeheuren musikalischen Welten angereichert werden. Trotz der immensen Werkfülle von den Klassikern und Romantikern ist der Tonvorrat immer noch nicht ausgeschöpft…”

3362   smaragd • előzmény3361 2019-07-03 07:21:18

 

13.

Gespräch mit  THEODOR BERGER

„Schmidt hat auch nie eine Anfechtung gesagt gegen Schönberg oder Berg, von Webern war noch keine Rede, auch gegen Hindemith nicht, im Gegenteil, für Hindemith hat er sich einmal sehr Hochachtung streuend geäußert. Er hat sich nie über einen von ihnen ausgelassen. Sehen Sie, ich kenne einige Schönberg-Schüler, und einer von ihnen hat mir einmal gesagt, Schönberg sei in seinen letzten Jahren bekümmert darüber gewesen, daß er mit dieser Zwölftontechnik angefangen habe. Er hat sich sogar geäußert, da er sich damit auf einem Irrweg befunden habe. Es ist eben so, wie ich vorhin gesagt habe, daß man vor allem mit der Dodekaphonie die tollsten intellektuellen Gebäude machen kann, aber es ist keine Musik ’von innen’. Gut, der  Schönberg hat’s überlebt…”

3361   smaragd • előzmény3357 2019-06-30 18:45:31

12.

 

Gespräch mit  THEODOR BERGER

„Schmidt hat Brahms sehr bewundert. Den Bruckner fand er auch einen sehr beglückenden Komponisten, aber den Brahms hat er noch mehr bewundert. Brahms ist ja eh’ in Bezug auf kompositorische Virtualisität der größte aller Komponisten, zumindest in europäischen Orbit,”

3357   smaragd • előzmény3356 2019-06-28 17:35:49

 

11.

Gespräch mit  THEODOR BERGER

 

„Ein ähnlich unmögliches Wort ist die Bezeichnung ’Avantgarde’! Man hätte es besser im Wortschatz des Militärvokabulars gelassen. Aber ebenso, wie der Wortschatz verkommt, gibt es auch eine gesellschaftliche Verwahrlosung, auch in der Kunst…

Bei Schmidt war das anders, ich hätte ihm ruhig Zwölftonarbeiten bringen können, er hätte sie in Ruhe durchgelesen und hätte sie toleriert. Höchstens hätte er versucht herauszubekommen, warum ich das so geschrieben habe, ob es eine Neigung bei mir war oder ob ich einer Pression gefolgt bin. So gab es damals auch von mir einige Werke, die ich heute klanglich abscheulich finde, die ich nicht mag, die waren gegen meine eigene Musikalität geschrieben, da hat das Intellektuelle dominiert. Es gibt ja auch heute noch eine ganze Reihe von Komponisten, die sehr bemüht sind, die sich ganz auf den intellektuellen Orbit verlegt haben und ihrer musikalischen Neigung nicht mehr gehorchen. Namentlich will ich niemanden nennen.”

3356   smaragd • előzmény3350 2019-06-26 17:18:07

 

10.

Gespräch mit  THEODOR BERGER

 

„Schmidt ist im gleichen Jahr geboren wie Arnold Schönberg: 1874.

Beide haben sich aber in verschiedenen musikalischen Richtungen entwickelt. Würden Sie Schmidt unter diesen Gesichtspunkt als ’Konservativisten’ bezeichnen?

Dazu müßte man das Wort ’konservativ’ erst einmal in seiner Bedeutung artikulieren und auf seine Definition festlegen. Atonale Musik, Zwölftontechnik ist nicht konservativ, eine Kompositionsweise, die sich an dem Tonalitätsgebrauch früherer Zeiten orientiert, ist konservativ, so die übliche Meinung.

Nun finde ich, die Allerkonservativsten sind doch zur Zeit die Atonalisten und Zwölftontechniker: Die ganze Welt schreibt in diesem Stil doch gleich, der Zwanzigjährige gleich wie die Vierzigjährige, so wie es der Schönberg katapultiert hat.”

 

3350   smaragd • előzmény3348 2019-06-19 05:49:25

 

9.

Gespräch mit  THEODOR BERGER

„Wie charachterisieren Sie Oswald Kabasta?

Er war ein sehr musikalischer Mensch, und sehr gescheit. Er hatte eine sehr rundliche Figur uns sah eigentlich sehr gesund aus, war es aber nicht. Er litt ziemlich an Depressionen, und er hat sich ja auch durch Selbsmord das Leben genommen.  …

Sie haben mich nach Wanderer gefragt: ich kannte ihn, aber ich mochte ihn nicht, ich hatte kein Vertrauen zu ihm.

Ich weiß nicht, ob ich Ihnen in den Details eine Hilfe war, ich hoffe auch, daß meine Erinnerungen nichts verfälscht hat. Ich konnte Ihnen wahrscheinlich nur helfen, Ihr Bild, das Sie von Schmidt haben, zu vervollständigen.”

 

3348   smaragd • előzmény3344 2019-06-13 14:08:12

 

8.

„Gespräch mit  THEODOR BERGER

„Schmidt hatte ein absolutes Gehör wie ich auch. Er sagte mir einmal, daß er seit einigen Jahren alles höher höre als es tatsächlich sei. Und bei mir war es vor zehn oder fünfzehn Jahren ebenso, da ich alles um einen halben Ton höher gehört habe, so war die Eroica für mich eine E-Dur-Symphonie. Die furchbarste Ungnade, die ein Mensch erfahren kann, ist die, wenn er ein absolutes Gehör hat! Schmidt sagte mir, daß ihn dieses ungenaue Hören ziemlich quäle.”

3344   smaragd • előzmény3343 2019-06-04 15:15:37

 

7.

„Gespräch mit  THEODOR BERGER

„…Zwei Werke, die ich besonders gut kenne sind die zweite und die vierte Symphonie, die erste und die dritte kenne ich weniger. Ich erinnere mich, ich habe mit ihm einmal über die Vierte gesprochen, die ja mit einer Trompete allein anfängt. Da sagte mir Schmidt, da es eines seiner ersten musikalischen Jugenderlebnisse gewesen sei, wie er von weit weg über eine Wiese gehört habe, da jemand Trompete spielt oder übt. Und als er einmal sehr krank daniederlag hab er von diesem frühen musikalischen Erlebnis, dem Trompetensolo, geträumt. Und er nehme an, da ß es wieder diese Töne sein werden, die er höre, wenn es ans Sterben ginge, die ersten und letzten Töne auf dieser Welt. Und jener tiefer Eindruck, hat ihn dann zu diesem Symphonienanfang genötigt. Darauf sagte ich ihm, da wenn diese Jugenderlebnis tatsächlich der Anlaß zu diesem Trompetenanfang gewesen sei, die Trompete im Saal auf Podium  zu brutal sei, und da es doch besser wäre, so wie in der Leonoren-Ouvertüre, das Solo von drauen spielen zu lassen, als Ferntrompete. Da hat er aber mir ziemlich barsch geantwortet, da sei nur eine Außerlichkeit. Er wollte es also nicht. Eigentlich ist es fast ein impressionistischer Zug, daß er einen erlebnishaften Anlaß zu dieser Symponie hatte, eber die Theatralik des Geschehens, nähmlich das weit entfernte Klingen, durfte nicht enthalten sein..”

 

3343   smaragd • előzmény3342 2019-06-04 15:15:24

 

6.

„Gespräch mit  THEODOR BERGER

„…Wie charakterisieren Sie Schmidt als Menschen?

 

Ich habe ihn sehr gemocht, er war warmherzig, überaus freundlich. Auch das Urteil, was er über den Schütz gesagt hat, war nicht bös gemeint. Er war einer von den Menschen, die den Spielregeln der abendländischen Gesittung sehr untertan waren.”

 

3342   smaragd • előzmény3340 2019-06-03 17:04:54

 

5.

„Gespräch mit  THEODOR BERGER

„Kannten Sie den Organisten Franz Schütz?

Ja, sicher, aber ich habe zu ihm keine näheren Beziehungen entwickelt. Er war dem Schmidt ja sehr zugetan und fast alles von ihm für Orgel aufgeführt. Weil der Schütz oft ein bißchen grobpratzig sein konnte, hat der Schmidt in seinem deftigen Humor einmal gesagt, der „Schütz sei eine Mischung aus einem Apollo und einer Fleischerhündin”. Nichts desto trotz, die beiden haben sich gut verstanden. Schütz war musikalisch eben sehr feinfühlig, konnte aber im Umgang oft etwas grob sein.”

 

3340   smaragd • előzmény3339 2019-05-31 08:00:15

 

4.

„Gespräch mit  THEODOR BERGER

„Man spricht häufig von einem „österreichischen Kolorit”. Könnten Sie einem solchen Begriff zustimmen?

Ich könnte eine solche Difinition nicht wagen. Natürlich spricht man oft in naiver Weise  von einem „Austrianismus” oder sogar von einem „Viennismus”. Auch beim Brahms spricht man davon, an was ich aber oft bei ihm denken muß, ist Schleswig-Holstein, gerade in der Dritten, ich denke da immer an eine Heide-Landschaft. Aber bitte, das ist subjektiv. Nur wenn man schon von Kolorit spricht, dann darf man das nicht übersehen. Brahms war natürlich auch von der ungarischen Musik sehr fasziniert, und selbst da ist in seinen „Ungarischen Tänzen” seine norddeutsche Abstammung erhalten. Aber ich finde, eine Bezeichnung „österreichisches Kolorit” geht zu weit, vor allem, wenn man es bei manchen Leuten zum ausschließlichen Kennzeichen macht. Mozart? Er hat eine Weltkolorit, eine magische Schönheit, die es überall gibt. Ich habe z.B. beim Betrachten eines Albums mit chinesischer Malerei nebenher aus dem Radio eine Mozart-Symphonie gehört. Und Sie werden es nicht glauben, ich fand, daß diese feine Schönheiten ungeheuer zusammenpassen.”

 

3339   smaragd • előzmény3338 2019-05-29 17:57:34

 

3.

„Gespräch mit  THEODOR BERGER

„Sie würden Schmidts Musik also nicht als „wienerisch” bezeichnen?

Wienerisch? Da sind ja die „Ungarische Tänze“ von Brahms noch wienerischer. Aber bei Schmidt niemals. Johann Strauß – seine Walzer – oder Lanner usw. die sind meinetwegen wienerisch, aber Schmidt nicht.“

 

3338   smaragd • előzmény3337 2019-05-27 19:34:50

 

2.

„Gespräch mit  THEODOR BERGER

„Hat Schmidt im Unterricht über eigene Werke gesprochen?

Nie, ich kann mich nicht daran erinnern, daß er jemals auch nur mit einer Silbe sein eigenes Schaffen erwähnt hat.

Würden Sie ihn eher einen „Pianisten“ oder einenen „Cellisten“ nennen?

Ich habe nur sein Klavierspiel gehört, und das war sehr aufschlußreich. Allein, wie er das Klavier angetastet hat, welches Stück es auch immer war, man hat sofort bemerkt, das ist ein Mensch mit einer ungeheuren musikalischen Feinfühligkeit.”

 

3337   smaragd • előzmény3309 2019-05-25 08:16:51

 

„Gespräch mit  THEODOR BERGER

In welchem Jahr sind Sie in die Klasse von Franz Schmidt eingetreten?

Das weiß ich auswendig gar nicht  genau, es muß das Jahr 1926 oder 1927 gewesen sein, denn im Jahre 1931 habe ich dann die sogenannte Reifeprüfung gemacht, ausgetreten bin ich im Mai 1932.

Damals hieß es das Haus noch Musikakademie, kurz darauf wurde es dann umgetauft in Musikhochschule, es war halt ein anderer Titel, aber das Wesen und die Unterrichtsmethoden sind gleich geblieben.“

3309   smaragd • előzmény3308 2019-04-15 09:49:52

 

3.

- részletek -

Gespräch mit ALFRED UHL

 

"Schmidt als Instrumentalist - haben Sie ihn mehr als Pianist oder Cellisten gesehen?

Schon als Pianist; da war er einmalig. Nur hat man seine Kraft viel zu sehr an der Hochschule abgeschöpft; er war ja hier im Hause im Hauptfach Cello, im Hauptfach Klavier, im Hauptfach Theorie und im Hauptfach Komposition tätig. Ich hatte - Gott sei Dank - keine Gefahr, etwas epigonal aufzunehmen; Ich hatte immer im positiven Sinne eine  etwas kritische Einstellung, und ich habe sie auch heute noch.

.....

Zur "Deutschen Auferstehung" wollte ich Ihnen noch etwas sagen: Es ist so empörend, wie man heute versucht, ihm etwas anzuhängen. Ich finde das so niederträchtig! Schmidt war nie politisch! Der Schmidt war doch nie ein "Nazi"! Er wurde zu dieser Komposition gedrängt. Vielleicht hat ihm eher der Kabasta dazu geraten, eher bei der "Deutschen Auferstehen" als beim Oratorium, wobei Kabasta - ich habe ihn persönlich gekannt, er war ein ausgezeichneter Dirigent - auch nicht der war, den man eine ausgesprochenen politisch orientierten Person nennen könnte.

........

Was für Reaktionen haben die ersten Aufführungen von "Buch mit sieben Siegeln" damals hervorgerufen?

Großartige Erfolge! Auch ich war völlig begeistert. Lediglich beim zweiten Mal hat es mich dann schon nicht mehr so angesprochen; nur das großartige ungarische Halleluja hat alles wieder gutgemacht bei mir, die langen Orgelzwischenspiele  waren im Höreindruck wie weggefegelt."

3308   smaragd • előzmény3307 2019-04-14 06:05:47

 

2.

- részletek -

Gespräch mit ALFRED UHL

Wie sehen Sie die Chromatik im Vergleich zu Max Reger?

Reger hat eine Art Chromatik, die tonale Zentren sofort verbindet und dadurch - mit Ausnahmen natürlich - oft harmonisch gedeutet werden kann. Schmidt hat eine Chromatik, die in der Horizontalen verläuft und viele Wechselnoten hat, aber hier einen persönlichen Stil bildet.

Diese Beobachtung trifft auf das Merkmal zu, welches Alexander Wunderer als Wechselharmonie bei Schmidt bezeichnet hat.

Ja, natürlich! Ansonsten, um beim Vorigen wieder anzuknüpfen, war er auch oft depriemiert, er hat die Zukunft nicht gut gesehen, was dann  ja auch berechtigt war und eingetreten ist. Und wir stehen nun einmal am Ende eines zweitausend Jahre umfassenden Zeitraumes, dessen Charakteristik die Auflösung war.

Im strengem Satz, im Kontrapunkt, war Schmidt überwältigend. Meine ganze Basis, die ich hier in dem sehr erfolgreichen Kontrapunktunterricht anwende  - es ist ja eine der faszinierensten Disziplinen - beruht auf Schmidts Methode, die ich für die allerbeste halte. Er hat uns wirklich viel Gutes sagen können.

3307   smaragd • előzmény3305 2019-04-13 00:02:31

 

1.

- részletek -

Gespräch mit ALFRED UHL

"Wann kamen Sie in die Klasse von Franz Schmidt?

1932 war die Diplomprüfung und ich wurde zu Beginn gleich in einen höheren Jahrgang aufgenommen - also ungefähr 1929.

Wie würden Sie Schmidts Unterricht charakterisieren? Worauf hat er am meisten Wert gelegt?

Das ist nicht ganz einfach zu beantworten. Er hat vor allem eines gehabt - ein Phänomen - nähmlich ein Gedächtnis, das unwahrscheinlich ist. Dies hat einen natürlich unheimlich fasziniert und so in den Bann gezogen, daß man also nur in devotester Haltung in den Unterricht gekommen ist. So anregend sein Unterricht auch  sein konnte, oft konnte er auch deprimierend sein.

....

Was bei ihm auch  nie gewürdigt geworden ist, das ist sein herrlicher "Schuß" Ungarisches - denn er ist ja in Preßburg geboren - der seine Chromatik, wenn sie zu ermüden droht, so herrlicht auffrischt. Er ist in seiner Chromatik so typisch, wie kein anderer."

3305   smaragd • előzmény3304 2019-04-10 10:16:18

 

Az "Entstehungsgeschichte der "Deutschen Auferstehung" című fejezet bevezetője:

"Franz Schmidt wird - besonders außerhalb Österreichs - wegen des nachgelassenen, unvollendeten Werkes "Deutsche Auferstehung" strak angefeindet - zu Unrecht, wie die Entstehungsgeschichte zeigt. Diese Entstehungsgeschichte wurde meist nur in zaghaften Ansäzten  angedeutet oder sogar ganz verschwiegen, was das Gesamtbild Schmidts völlig unnötig trübte.

Sicher ist es schwer, besonders für eine Generation, die die Hitlerzeit nicht miterlebt hat, sich ein genaues Bild über diese Jahre zu verschaffen. Andererseits liegt genau darin eine Chance, nähmlich unvoreingenommen und unbelastet historische Tatsachen festzuhalten.

Im folgenden Kapitel wird versucht, sich von sieben verschiedenen Richtungen dem nachgelassenen Werk Schmidts zu nähern und die Entstehungsumstände darzulegen."

3304   smaragd • előzmény3297 2019-04-08 14:45:26

 

A kiadvány hátoldalán ezt olvashatjuk:

 

"Schuhenns Buch leistet etwas Wichtiges und in gewisser Weise Unwiederbringliches: Der Autor hat im Dokumentationsteil bedeutende Musiker und Interessenten zum Reden über Franz Schmidt gebracht. Man erfährt über einen hochbedeutenden Musiker des 20. Jhdts. Aufschlußreiches, Wichtiges, ja sogar Amüsantes. Dem Dokumentationsteil kommt kulturhistorisches Gewicht zu.

 

Joachim Kaiser"

3297   smaragd • előzmény3296 2019-03-24 22:11:55

 

INHALT

Vorwort

"Anderes Vorwort" Franz Schmidt zu seinen "Vorlesungen über Organologie"

Entstehungsgeschichte des "Buches mit sieben Siegeln"

Entstehungsgeschichte der "Deutschen Auferstehung"

Gesprächssammlung

 Theodor Berger

 Anton Dermota

 Josef Dichler

 Hans Hadamowsky

 Erich Leinsdorf

 Walter Panhofer

 Marcel Rubin

 Otmar Suitner

 Alfred Uhl

 Raimund Weißensteiner

 Bogdan Zins

 Kurzbiographien

Presseberichte

Literaturliste

Abbildungen

 
3296   smaragd • előzmény3295 2019-03-22 05:21:07

 

A napokban találkoztam valakivel, aki nagy örömmel újságolta el nekem, hogy végre magyar nyelvű Franz Schmidt Wikipédiaoldal is létezik...

Ehhez a Franz Schmidt Gesellschaft kiadványait (Doblinger) is fel lehet majd venni. 

Az előzményben szerepel:

Studien zu Franz Schmidt VIII

Reiner Schuhenn

Franz Schmidts oratorische Werke

Zur Entstehungsgeschichte des "Buches mit sieben Siegeln" und der "Deutschen Auferstehung"

Erinnerungen, zeitgenössische Presseberichte, Nachrufe, Franz Schmidts "Anderes Vorwort" zur "Organologie"

(1990)

 

3295   smaragd • előzmény3294 2019-03-20 09:33:02

 

A "Fuga solemnis" ősbemutatójára Franz Schmidt halála után három héttel került sor - amint már korábban is írtunk erről a tényről - : a Franz Schmidt-Gesellschaft "Studien zu Franz Schmidt VIII" kiadványában megtekinthetjük az 1939. március 19. vasárnap tartott Franz Schmidt emlékkoncert kétoldalas meghívóját.

(Ezúton is köszönöm kedves fórumtársunknak, hogy megajándékozott ezzel a kötettel :-). )

3294   smaragd 2019-03-17 21:03:42

 

orgelwettbewerb.at

Hírek
• Elmarad a Nemzeti Filharmonikusok szeptember 25-re tervezett évadnyitó hangversenye
Műsorajánló
Mai ajánlat:
17:00 : Budapest
Régi Zeneakadémia, Kamaraterem

Alszászy Gábor (zongora)
A kiállítást megnyitja: Eckhardt Mária
"Vendégségben Liszt Sugár úti otthonában"
Az időszaki kiállításhoz kapcsolódó koncert
Gobbi: Hat magyar modorú kis jellemrajz, op. 19 – 1. A sétányon, 5. Az erdőben, 4. A horgászatnál, 3. Éji hangok
Gobbi: 7. keringő, op. 10
Gobbi: 8. keringő, op. 22
Zichy–Liszt: Valse D’Adèle
Ábrányi: 3. ábránd – részletek
Liszt: 16. magyar rapszódia
Liszt: 18. magyar rapszódia
Liszt: 19. magyar rapszódia

19:00 : Budapest
Zeneakadémia, Nagyterem

Kirill Troussov (hegedű)
MÁV Szimfonikus Zenekar
Vezényel: Daniel Boico
Barber: A rágalom iskolája – nyitány, op. 5
Bruch: 1. (g-moll) hegedűverseny, op. 26
Holst: Planéták, op. 32

19:45 : Budapest
Bartók Béla Nemzeti Hangversenyterem

Andrew Staples (tenor)
Szőke Zoltán (kürt, Báll Dávid (zongora)
Budapesti Fesztiválzenekar
Vezényel: Fischer Iván
"Európai hidak 2020 - Egyesült Királyság"
Haydn: Induló a walesi herceg tiszteletére, Hob. VIII:3
Britten: Simple Symphony
Britten: Szerenád tenor hangra, kürtre és vonósokra, op. 31
James MacMillan: Cumnock Fair
A mai nap
történt:
1922 • Cornell MacNeil, énekes († 2011)
született:
1922 • Ettore Bastianini, operaénekes († 1967)
1927 • Alfredo Kraus, énekes († 1999)
elhunyt:
1960 • Seiber Mátyás, zeneszerző (sz. 1905)
2014 • Christopher Hogwood, karmester (sz. 1941)